Tödi

Man könnte langweiligere Dinge nachts um vier machen… schlafen zum Beispiel… wäre aber irgendwie langweilig, oder? Deshalb liefen wir bereits seit zwei Stunden auf Skiern durch selbige Nacht der Morgendämmerung entgegen. Bei klarem Himmeln waren wir um 2:30 Uhr in Tierfed P.806 gestartet und konnten bis auf drei kurze Tragepassagen den Forstweg nach Hintersand 1299m auf Skiern laufen. Nun kämpften wir uns auf ausgelatschter Spur den Weg durch den Wald hinauf nach Täntiwang und durch zunehmend tiefen Triebschnee in weitem Bogen nach Munggenplänggli. Gegen 5:45 Uhr passierten wir in der Ferne die Fridolinshütten und reihten uns kurz darauf in die Kolonne der Skitourengehen ein, die von selbiger Hütte kamen. Wir hatten keine Lust auf Anstehen bei der Tragepassage durch den Serac und entschieden uns für den Aufstieg durch die Schneeruus; so kamen auch die zwei mitgebrachten Eisschrauben und der Strick zum Einsatz, um die Engstelle der Ruus mit einigem Wassereis zu passieren. Dann ging’s in steilen Spitzkehren hinauf auf den Gletscher und zurück in die Kolonne. Der Weg über den Gletscher zog sich jetzt in die Länge und die vorbei hastenden Rennläufer waren der Motivation nicht gerade zuträglich. Schliesslich hatten wir den letzten Anstieg hinter uns gebracht und stiegen die letzten Meter zu Fuss zum abgeblasenen Gipfel des Tödi 3614m hinauf (7h30min inkl. Pausen).

Der eiskalte Wind und die zahlreichen Tourengeher verbreitenen nicht gerade gemütliche Stimmung, die kalten Finger und Zehen mahnten zum Aufbruch. Und so fuhren wir hinab auf den Gletscher, um die Rast in einer windgeschützeren Ecke nachzuholen. Bald darauf stiegen wir mit aufgeschnallten Skiern durch den eindrücklichen Serac und zogen unterhalb des Gletscher noch einige Kurven durch den lockeren Triebschnee. Nach einem kurzen Gegenanstieg nach Hintersand in der mittäglichen Hitze kurvten wir schliesslich hinab nach Tierfed, wo wir nach insgesamt 10h wieder eintrafen.

Skitour – 30. März 2019, ZS, ↑2800m/7h30min, ↓2h, Alpinos.